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DIE GOLDENEN KEGEL DER BURG WINDSTEIN
In den Nordvogesen und im Pfälzerwald gibt es ausgesprochen
viele Burgen, von denen heute nur noch Ruinen stehen, vor allem
in der Gegend von Niederbronn und Lembach. In der Nähe des
Jägertals stehen die beiden Burgen Alt- und Neu-Windstein.
Eines Tages vertrieb sich der kleine Sohn eines armen Schäfers
die Zeit damit, in der Nähe der Ruinen der Burg Windstein mit
Kieseln auf Steine zu zielen. Auf einmal stand ein schöner
unbekannter Knabe mit blonden Locken um ein feingeschnittenes Gesicht,
in einem schwarzen Samtgewand, das zwar prächtig doch längst
aus der Mode war, vor ihm, lächelte ihn an und sagte:
"Wenn du mit mir spielen möchtest, komm mit in die Burg!"
Der kleine Schäferjunge war froh, einen so schönen Spielgefährten
gefunden zu haben, und folgte ihm auf den Fels zu den Ruinen. Als
sie oben angelangt waren, holte der fremde Knabe zwei Kegel und
eine Kugel. Er stellte die Kegel auf, nahm die Kugel in die Hand
und rollte sie gegen die Kegel, die mit einem hellen metallischen
Klang umfielen.
"Jetzt bist du dran!" sagte er zu dem jungen Schäfer.
Dieser nahm die Kugel in die Hand; doch sie war so schwer, dass
er sie kaum vom Boden aufheben konnte. Er wollte die beiden Kegel
aufstellen, nahm den einen und hob ihn hoch, aber er rutschte ihm
aus der Hand, fiel über die verfallene Mauer und rollte bis
unten an den Hang.
Bei diesem Geräusch war das fremde Kind verschwunden. Der
kleine Schäferjunge suchte den anderen Kegel, der im Gras lag,
und trug ihn trotz seines großen Gewichts nach Hause. Er zeigt
ihn seinen Eltern, und sein Vater sah zu seiner großen Überraschung
und Freude, dass er aus purem Gold war. Sein Sohn erzählte
ihm, was geschehen war, und sogleich ging der Vater mit seinem Sohn
zur Burg hoch, um den anderen Kegel und die Kugel zu suchen.
Trotz angestrengter Suche fanden sie nichts mehr. Sie waren dennoch
sehr glücklich über diese kostbare Gabe, die dem Schäfer
erlaubte, seine zahlreichen Kindern zu ernähren und ein weniger
armseliges Leben zu führen.
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