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DIE TRAGISCHE LIEBESGESCHICHTE VON HANNEMANN UND LIESE

Zu Beginn des 14. Jahrhunderts war Hannemann das Oberhaupt der Familie Lichtenberg; er war ein Mann der Tat, ein vollkommener Reiter, er liebte die Jagd und den Krieg. Sehr jung vermählte er sich mit Johanna, der Gräfin von Linange. Aus dieser Ehe gingen ein Sohn und eine Tochter hervor.

Als er bereits ein reifes Alter erreicht hatte, verliebte er sich unsterblich in eine junge Nichtadelige, Liese, die aus der Ortschaft Steinbach stammte und ihm bald zwei Töchter gebar.

Unter dem Druck seiner Familie unterließ Hannemann die Besuche bei seiner Geliebten. Er nahm jedoch schon sehr bald die Beziehungen mit Liese wieder auf und hatte noch eine Tochter mit ihr. Sein starker leidenschaftlicher Charakter konnte sich nicht mit Halbheiten zufrieden geben. Nach einem langen Familienzwist, der durch seine Liebschaft ausgelöst wurde, verstieß er seine Ehefrau und holte sich Liese in die Burg. Er richtete seinen unehelichen Töchtern schöne Hochzeiten aus und gab ihnen eine großzügige Mitgift aus dem Familienbesitz.

Der Zorn der Familie kannte keine Grenzen mehr. Mit Hilfe seines Onkels mütterlicherseits, Emich V. von Linange, belagerte Heinrich III. von Lichtenberg, der eheliche Sohn von Hannemann und Johanna, die Burg seines Vaters und nahm sie in Besitz. Hannemann wurde in ein Verlies geworfen. Die schöne Liese wurde vom Bergfried gestürzt, auf den sie sich geflüchtet hatte, und kam so zu Tode.

Um seine Freiheit wiederzuerlangen, musste Hannemann, der lange Jahre gefangen gehalten wurde, viele Einschränkungen auf sich nehmen. So endete die tragische Liebesgeschichte von Hannemann, dem Herren von Lichtenberg, und der schönen Liese aus Steinbach.

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