Fünfunddreißig
Burgen schmücken die Gipfel und schroffen Felsen
der Nordvogesen, im Pfälzerwald sind es sechzig.
Sie gehören zu den rund 500 Schlössern im Bereich
Elsass und Pfalz, die zwischen dem beginnenden 12. und
der Mitte des 14. Jahrhunderts gebaut wurden.
Bauherren nutzten für den Bau ihrer Schlösser
die für die Gegend so typischen Steilhänge und
manchmal auch die natürlichen Aushöhlungen.
Fels und Burg schienen aus einem Stück zu sein.
Diese Burgen waren bewohnt und wurden gleichzeitig als
Garnisonsstandorte verwendet; da sie als Rückzugs-
und Verteidigungsstätten konzipiert wurden, waren
sie Schauplatz zahlreicher Kriege und dienten Raubrittern
als Unterschlupf.
Die Wasserversorgung der Burgen im Fällen von
Belagerungen war für das Überleben ihrer Bewohner
ein wesentlicher Faktor. Da der Bau von Brunnen angesichts
der natürlichen Gegebenheiten praktisch unmöglich
war, wurden in vielen Schlössern findige Systeme
zum Auffangen des Regenwassers eingerichtet; das Wasser
wurde mit Sand gefiltert und in Zisternen aufbewahrt.
Aufgrund der neuen Waffen und Kriegstechniken boten
die Burgen den Bewohnern keinen wirksamen Schutz mehr
und wurden aus diesem Grund ab Mitte des 15. Jahrhunderts
nach und nach aufgegeben. Nur wenige (wie zum Beispiel
die Burg La Petite Pierre) wurden modernisiert und gegen
Artilleriegeschosse verstärkt.
Heute treffen wir in diesen Burgruinen eine besondere
Fauna und Flora an, ebenso wie auch zahlreiche Spaziergänger
und Liebhaber von geschichtlichen Ereignissen und Sagen,
die in diesen Orten noch immer erzählt werden...