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Aktuelle Tendenzen und Zukunft
   
  Das weltweite Netzwerk der Biosphärenreservate unterliegt einer ständigen Weiterentwicklung, wobei sich aber bestimmte Tendenzen eindeutig abzeichnen. Die Reservate beziehen zunehmend urbane Zonen ein und interessieren sich auch für die Probleme der Städte. Angesichts der komplexen Gegebenheiten verändern sich ihre Dimensionen; da sie nun viel größer sind als in der Vergangenheit, wird ihr Wirkungskreis erweitert.

Viele vor kurzem geschaffene Biosphärenreservate sind in der Nähe von großen Städten gelegen, wie zum Beispiel die grünen Gürtel von Rio und Sao Paulo in Brasilien oder der 70 km vom Pariser Zentrum entfernte Landstrich "Fontainebleau". Als grüne Lungen dieser Städte müssen diese Reservate einen großen Besucherstrom bewältigen. Zu ihren Aufgaben zählen neben der Stadtplanung, das Lösen von Transportfragen usw., um einem allmählichen Schwinden der Naturlandschaften entgegenzuwirken...

Die Einbeziehung von Städten in das internationale Reservatnetzwerk ist sehr umstritten: Die Stadt Rom, für die urbane Ökologieprogramme seit vielen Jahren erarbeitet werden, könnte die erste Kandidatin werden.




Ein Satellitenbild des Reservatsgebietes. © EOSAT réalisation GEOSYS, 1988

 
Mit Blick auf die Anforderungen von Seiten der Regionalplanung sind die neu geschaffenen Reservate viel größer als die ersten und gehen weit über die Schutzgebiete hinaus, mit denen sie zu Beginn des MAB-Programms häufig verwechselt wurden. Ihr Aufgabenspektrum geht weit über den Umweltschutz hinaus und sie sehen heute ihre Rolle in der lokalen Koordination und als Helfer bei der dauerhaften Entwicklung. Infolgedessen kommen die Leute, die sich für die Reservate einsetzen, aus sehr unterschiedlichen Bereichen: Gewählte Volksvertreter und Vorsitzende von Verbänden kommen mit Wissenschaftlern und Verwaltungseinrichtungen zusammen. Die angeschnittenen Themenkreise, die einst im wissenschaftlichen und naturschutzfachlichen Bereich angesiedelt waren, wurden nun auf Architektur, die Erarbeitung von Handelsmarken für lokale Produkte und Mediation ausgeweitet.

Am Anfang des 21. Jahrhunderts sehen sich die Biosphärenreservate - genau wie die Gesellschaften, die sie vertreten - neuen und komplexen Fragen gegenüber gestellt, an die sie sich anpassen müssen. Sie verrichten eine grundlegende und langfristige Arbeit im Dienste der Menschheit und der Natur, ohne die der Mensch nicht leben könnte.